Freiwillige Konfrontation mit dem Leiden

                 Für Sabine und Machtelt

 

Mich beschäftigt die Frage, ob das psychiatrische, als wissenschaftlich ausgewiesene Wissen aus westlichen Forschungen in fernen Katastrophengebieten vorenthalten, modifiziert und kultursensibel angepasst oder, wie es die landläufige, westlich geprägte Praxis ist, unaufgefordert zu den überlebenden Menschen in Katastrophengebieten gebracht werden  sollte, wo es vielleicht nützen, vielleicht schaden kann. Die Nützlichkeitskriterien stammen aus westlichen Überlegungen und sind nur zu einem geringen Teil aus Wissenschaft abgeleitet. Der langfristige Erfolg der westlichen Bemühungen ist noch nicht entschieden und wohl eher zweifelhaft, weil er aus einem Verdrängungsprozess hervorgehen muss. Die Dauer der Präsenz vor Ort lässt langfristige und korrekt zuordnende Evaluationen und Beobachtungen, die lange Zeiträume umfassen müssten, nicht zu. Die Diagnose posttraumatische Belastungsstörung existiert ja erst seit knapp 40 Jahren. Der Export zu Zivilisten in Katastrophengebieten kam erst vor knapp 30 Jahren in Gang. Erst die Wissenschaft von psychischen Verletzungen, ein zutiefst westliches Projekt, legitimiert mit Überlegenheitsansprüchen den Export des geronnenen Wissens. Es kommt ja keineswegs zu Tauschhandlungen: indigenes Wissen gegen so genannte Wissenschaft. Das wissenschaftlich untermauerte Wissen ist a priori Träger von Macht und kann und wird mit den Mitteln von Belohnung und Bestrafung traditionelles Wissen verdrängen.

Was bedeutet die direkte Präsenz von Experten, wenn es um Trauma lindernde therapeutische Angebote nach diagnostizierten Störungen geht? Warum konfrontieren sich Euroamerikaner aus ihrer sicheren Stellung mit dem Leid der Anderen? Reicht der Traum von „einer Welt“ zur Erklärung aus? Was drängt Weiße, Hilfsangebote in ferne Länder zu transportieren? Hier lässt sich trefflich spekulieren. Es geht um Mängel an Wissen und Mängel, sich aus Wissensmängeln zu befreien. Die soziale Konstruktion des Mangels konstruiert zugleich dessen Ausgleich  wie bei kommunizierenden Röhren. Nach diesem Prinzip sucht das westliche Wohlbefinden einen Ausgleich zum Leid in Krisenregionen, weil es eine bewusste oder unbewusste Verantwortung für die meisten Traumata der Anderen spüren lässt. Warum bleiben die Helfer nicht in ihren Heimatländern und erproben ihre Methoden an ihren unmittelbaren Mitmenschen? Die Lernobjekte müssten dann nicht in fernen Regionen aufgesucht werden, was suggerieren könnte, bei uns gäbe es keine Elenden. Sprachliche Transformationsprozesse mit ihren kulturgebundenen Bedeutungen wären dann unnötig. Die Erkenntnisse von Stressreaktionen lassen sich doch auch über Telekommunikationsmittel, Videos oder in Schriftwerken übermitteln, wie es nach physikalischen, biochemischen oder technischen Innovationen längst üblich ist. Sie würden dann abgerufen, wenn ein Bedarf von den Traumatisierten erkennbar wird. Bedarf meint Transformation in den eigenen sprachlichen und kulturellen Rahmen, denn es geht hier um biologische Stressreaktion mit nachfolgender Bedeutungszuschreibung aus Selbstbeobachtungen. Diese fremden Traumatisierten konfigurieren Naturprozesse in sehr unterschiedlichen Bildern und fixieren sich an ihr jeweiliges Verständnis, enger oder lockerer. Die Präsenz westlicher Therapeuten erfolgt aus vielfältigen Gründen: Schuldgefühle wegen westlicher ökonomischer, industrieller, wissenschaftlicher und ökologischer Dominanz mögen einen Ausgleich fordern. Ein Eindringen in fremde psychische Prozesse kann als Verlängerung des Impetus verstanden werden, der bereits den Weg zum Psychologiestudium motivierte. Vordergründig mag es um Verstehen gehen, hintergründig scheint aber eher die Beherrschung fremder Psychen zu reizen. Den Traumatisierten in fernen Kulturen wird eine hierarchische Gliederung vorgegeben: die beschädigte Psyche soll als Wichtigstes anerkannt und behandelt werden, erst danach rangieren Trinkwasser, Nahrung, Hygiene, soziale Rollen. Mission wie eh und je.

Zuerst wird man hinsichtlich der posttraumatischen Belastungsstörung beantworten müssen, ob unsere Kenntnisse im Westen über posttraumatische Befindlichkeiten, die Untiefen des Subjektiven, überhaupt Wissenschaft genannt werden können. Es handelt sich um das Hauptargument der Exporteure: Weil Wissenschaft behauptet wird, können wir sie anderen Regionen nicht vorenthalten. Unsere Kenntnisse weisen über moralische Prinzipien und behaupteten Zugang zum Unsichtbaren, Transzendenten stets eine Nähe zum Numinosen aus, so dass die Charakteristik als Wissenschaft zweifelhaft ist. Zweitens ist der Impuls zu befragen, der Menschen aus dem Westen in Bewegung setzt und die Erkenntnisse psychischer Verletzungsfolgen in Katastrophengebiete zu exportieren von entlastenden guten Vorsätzen eingerahmt sieht. Das heißt, wo liegen die Unterschiede bei wissenschaftlich genannten Erkenntnissen der Diagnostik und Therapie posttraumatischer Leiden und dem Wahrheitsanspruch der Bibel? Die heutigen Missionare aus Nichtregierungsorganisationen fühlen einen ähnlichen Drang wie die früheren und unbeirrten aus den Kirchen. Beide treten an das Intime, Persönliche und seine Beschädigungen heran und machen Heilsversprechen, wenn sie nicht-„wissenschaftliche“ Untersuchungen vorbereiten, deren Aufbau, Validität und realer Gehalt als Erkenntnisgewinn den Untersuchten kaum nützen, sie jedoch als experimentelle Objekte missbrauchen kann, was aus der Tatsache sichtbar wird, dass die legitimierenden Publikationen in westlichen Medien erscheinen und Karrieren begünstigen. Bei der Motivsuche ist vielleicht eine chronologische Betrachtung hilfreich. Bevor ein Mensch seine Kenntnisse komplexer Geschehen unaufgefordert zu anderen Menschen bringt, muss er ein Leiden mit Hilfe seines Empfindens von Empathie  unterstellen, das er bildlich oder durch Reportage wahrgenommen hat und mit dem er sich danach in der Realität konfrontieren will. Konfrontation mit dem Leiden Fremder verlangt nach Erklärungen, vor allem wenn man in Rolle des Linderers von Leiden schlüpft. Seine Kenntnisse vom psychischen Trauma nach Katastrophen fungieren folglich als Selbstermächtigung. Er möchte diese Kenntnisse teilen. Es ist ein Spezifikum der Humanwissenschaften, dass sie im Gegensatz zu materiell verwertbaren, pragmatischen Wissenschaften einen Drang zur Teilung bewirken, weil Humanwissenschaften stets von einer moralischen Schubkraft angetrieben werden. Pragmatismus und Moral können sich annähern. Sie sind jedoch nicht identisch.

Es lässt sich also behaupten, wer sich nicht der Lektüre Frantz Fanons oder Achille Mbembes und so mancher Anderer wie Stuart Hall ausgesetzt hat und dabei die subtilen Wechselwirkungen von westlicher Kulturmacht und der angeblichen Unwissenheit anderer Kulturregionen erfahren oder die vielfältigen, oft verborgenen Formen von Rassismus in sich aufgesucht hat, der sollte zumindest länger zögern, bevor er/sie traumatisierten Menschen etwas anbietet, was er/sie selbst nur rudimentär verstanden hat, jedoch in eine Technik verwandelt hat. Natürlich will niemand Andere mit rudimentärem Wissen beglücken, weshalb in solchen Fällen aus dem eigenen angesammelten Wissen ein Dogma gezimmert wird, das Zweifel und Bedenken verdrängt. Reduziertes Wissen bläht sich dadurch auf, dass die weit gehende Unsichtbarkeit der Symptome nach Bedrohungen und Demütigungen durch behauptete Messbarkeit in die sprachbeglaubigte Scheinobjektivität gezogen wird. Moleküle und Atome sind gleichfalls unsichtbar, jedoch durch innewohnende Gesetze messbar. Das lässt sich nicht auf komplexe psychische Prozesse übertragen, jedenfalls nicht heute. Das Messen innerer Prozesse ist und bleibt abhängig von Fragestellung, Interesse und Perspektive, von Wünschen und Hoffnungen. Es mag sich um Annäherungen handeln, Wissen zu behaupten wäre demnach, vorsichtig gesagt, ein Euphemismus. Immer wieder kommt es zu Anleihen bei der Physiologie, es werden Analogien unterstellt. Das ist seit der Erfindung der Diagnose PTBS ein unberechtigter Versuch, sich unter den Schirm der Medizin zu stellen, die mit psychiatrischer Expertise immer auch politische Zwecke verfolgt hat (Wehrtauglichkeit in WK I und WK II, in Entschädigungsverfahren, bei der gesellschaftlichen Verdrängung/Asylierung von Auffälligen).

Durch die Verwandlung in den klinischen Bereich und die psychotherapeutische Zuständigkeit wird der körperlichen/psychischen Verletzung durch Gewalt/Macht der verursachende Kontext der Entstehung entzogen, d.h. die materiellen Bedingungen von Konflikten werden verschleiert oder unbewusst gemacht, indem sich die gesellschaftliche Verantwortung, Wissenschaft und Praxis allein oder überwiegend den Folgen von Willkür zuwendet, als handele es sich um ein schwer beeinflussbares Schicksal. Nominell ist in diagnostischen oder therapeutischen Einrichtungen die Ursache für traumatische Entwicklungen zwar mit Kurzbegriffen oder schlagwortartigen Überschriften zur Hand, allerdings wird der Analyse der Folgephänomene weit mehr Raum gegeben, obschon sich diese im Subjektiven, Individuellen, Intimen und nur der interpretierenden Deutung zugänglichen Unsichtbarkeit oder Verborgenheit abspielen und landläufig als Leiden bezeichnet werden, also als nicht messbare Gefühle. Selbstverständlich werden die Hohepriester der Metriken hier heftig widersprechen.

Von den Traumatherapeuten aus Konstanz haben wir schon vor mehreren Jahren eine Reihe relativierender Einwände gegen die Übertragung des westlichen Konzepts vom Psychotrauma auf fremde Kulturen vernommen. Vermutlich geht man bei der dortigen NGO davon aus, dass andere Kulturen über keine Mittel und Techniken der Be- und Verarbeitung von Katastrophen und willkürlicher Gewalt verfügen, obwohl sie seit Jahrhunderten mit menschlicher Gewalt und Naturgewalten konfrontiert waren. Weil wir im Westen seit 40 Jahren einen Namen für die Folgen von Macht/Gewalt haben (PTBS), denken wir, die Folgen von Katastrophen, Brutalität, Krieg und Heimsuchung seien nun aufgeklärt. Entweder glaubt man in Konstanz, dass der Verlust- und Trauerprozess mit westlicher Technik (z.B. „Narrative Expositionstherapie – NET“) abzukürzen ist, oder der langfristige Krankheitscharakter psychischer Beschädigung ist in jenen Kulturen und Regionen nicht erkannt. Daher müsse Aufklärungsarbeit geleistet werden. Dahinter steht ein Verständnis, das mit naiven Vorstellungen eine Homogenisierung psychischer Prozesse nach schrecklichen Erlebnissen anstrebt. Wenn schon keine materielle Gleichheit, dann wird ersatzweise Gleichheit in psychischen Reaktions- und Verarbeitungsweisen proklamiert. Ein Überlegenheitsgefühl, das aus wissenschaftlicher Erfahrung resultieren soll, motiviert den Transfer unseres Denkens und Verstehens in Gebiete, die von Gewalt in Bürgerkriegen oder Naturkatastrophen heimgesucht wurden. Die einfallenden Helfer fragen nicht, wie die Betroffenen mit Schmerzen und Verlusten oder dauerhaften Bedrohungen umgehen und was sie selbst für ihre Praxis im Westen lernen können. Man geht von vornherein von einer Bedürftigkeit und einem Mangel an Wissen aus, wenn man anderen Kulturen begegnet, weil sie noch nicht verstanden haben, alltäglich auftretende Erlebnisse in Wissenschaft zu verwandeln. Der Mangel und ein Bedarf mag für manche Bereiche gelten, aber gelten sie  auch für intime psychische Abläufe, die nach westlichem Verständnis ein Individuum zur Grundlage haben und deshalb in kollektiv organisierten Kulturen auf Widerstand oder Desinteresse treffen können, wenn sie nicht mit materiellen Vorteilen oder Gewinnen des Überlebens verbunden sind?

Mit den relativierenden Aussagen zum Export von NET hat uns ein guter, unaufgeregter Aufsatz A. Mundt, P. Wünsche, A. Heinz und C. Pross bekannt gemacht. Diese Arbeit ist kenntnis- und detailreich und kommt ohne Polemik aus. Man spürt sie nur zwischen den Zeilen. Die NET genannte Methode der Kurzbehandlung von Menschen mit traumatischen Erlebnissen, die durch Frank Neuner (Psychologieprofessor aus Bielefeld) aus dem „testimonio“- Verfahren entwickelt und angeblich erfolgreich evaluiert wurde, legt als Grundlage der Bewertung von Poststresserfahrungen allein und zentriert die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) in den Fokus von Untersuchungen und Nachuntersuchungen. Das ist, wie wir in vorausgegangenen Einwürfen deutlich gemacht haben, mit wissenschaftlichen Ansprüchen nicht zu rechtfertigen. PTBS erfasst lediglich einen kleinen Teil von Leiden, in kollektiv verfassten Kulturen nicht einmal den bedeutendsten. Testimonio bedeutet zweierlei: Durch den wiederholten Erzählakt erhält die erlittene Traumatisierung Faktizität und kann als beglaubigtes Dokument mitgenommen werden. Der aber, der das Dokument beglaubigt und gleichsam Zeuge ist, ist extra aus Europa angereist und hat sich dem Leiden ausgesetzt, mit multiplen Motiven.

Neuner gerät durch internationale Kritiken an seinen Aussagen in Erklärungsnöte. Seine Repliken fallen allerdings dürftig, ja flapsig aus. Kulturelle Einflüsse sind in konstantem Fluss und dauerhafter Erneuerung, sagt er. Man muss aber unterscheiden zwischen kulturellen, eher unbeweglichen Traditionszentren und einer flexiblen Peripherie, die sich für westliche Importe öffnet. Eine romantisch-naive Vorstellung sei es, wenn man im Westen das Wirken genuiner, unberührter Kulturen unterstellt. Das ist sie zweifellos, weil bereits seit 500 Jahren eine westliche Suprematie mit den Kolonisatoren einherging, die deshalb so erfolgreich werden konnte, weil sie Anerkennung forderte und mit Gewalt durchsetzte und zugleich eine westliche Suprematie den unterworfenen Völkern körperlich einschrieb. Das konnte zwangsläufig nicht ohne Folgen für das Verständnis von Seele bleiben.  Das heißt, die ursprünglichen Zeiten sind irreversibel vergangen, sie sind kaum erinnerbar. Sie sind Hybride geworden, die durch Ökonomie und Technik die ursprünglichen Lebensweisen komplett zu verdrängen drohen.

Grundsätzlich sind die Exporte von Therapien psychischer Prozesse nur mit Hilfe der Logistik und mit Zustimmung der jeweiligen Regierung denkbar. Insofern besteht als Garantie für Sicherheit eine Kooperation mit Regierungsinstitutionen und erfordert zudem die Erlaubnis durch die Importregionen. Zustimmung, Logistik und relative Sicherheit bindet die jeweilige Regierung an ihre Interessen. Auf indirekte Weise steuert sie dadurch auch die Resultate, weil sie als wesentliche Finanzquelle fungiert – Traumapolitik eben, die hier als Feigenblatt dient, denn sie scheint in der Lage zu sein, brutale geostrategische und ökonomische Interessen mit humanitärem Engagement zu besänftigen: das Zuckerbrot-und-Peitsche-Prinzip.

Das entscheidende Argument, das gegen den Export von PTBS ins Feld geführt werden muss, sind die Normierung und Pathologisierung eines natürlichen Prozesses, von dem niemand sicher sagen kann, wo der Umschlag von Norm zur Pathologie verläuft. Es ist hier einerseits im psychischen und sehr persönlichen Bereich der obsessive Drang Euroamerikas nach Normierung, Kontrolle und Handhabmachung, Beeinflussung innerer Reaktionen auf extreme Stressoren. Dies aber sind Denk- und Empfindungsmuster, die in fernen Kulturen andererseits nicht entwickelt oder für falsch erklärt wurden. Das euroamerikanische Denken geht davon aus, dass es einen Umschlagpunkt in der Psyche gibt, an dem Leiden eintritt. Unterhalb der Schwelle zum Leiden könnten Reaktionen auf Stressoren für irrelevant erklärt werden. Das ist ein sehr mechanistisches Verständnis, das ohne sichere Kenntnis der zugrundeliegenden Physiologie auskommt. Der Schwellenwert oder Umschlagpunkt ist individuell unterschiedlich, was die katalogische Klassifikation von Leidensphänomenen eigentlich überflüssig macht. Da Menschen nach extremen Stressoren in unterschiedlicher Weise leiden können (Alpträume, Verlust der sozialen Rolle, Verlust des Familiengefüges, im euroamerikanischen Raum: Verlust von Gewissheit, Weltvertrauen und Sicherheit usw.) ist die katalogische Aufstellung von Zeichen und Symptomen wenig hilfreich und nur für Menschen geeignet, die sich nicht in Andere hineinversetzen können. Es handelt sich um Gebrauchsanweisungen und Leitlinien für Empathiearme.

Die Konstanzer NGO und Neuner verstehen sich in ihrer rechtfertigenden Argumentation als bedingungslose Progressisten, wenn sie den Export von industriellen Techniken mit dem Export technischen Wissens zur ökonomisch effizienten Therapie von psychischen Verletzungen gleichsetzen. Das passt genau zu den gedankenarmen Forderungen der Politik des Neoliberalismus, der Anbiederung und neokolonialen Dominanz. Auch das Argument, westliche Psychiatrie sei längst in allen Staaten und Regionen angekommen, verfängt nicht, weil es das Gefälle zwischen Stadt und Land sträflich vernachlässigt. Dort, wo gemeindenahe Helfer*innen zum Einsatz kommen, wird im Allgemeinen eine hybride Variante zur PTBS praktiziert, die zahlreiche Elemente traditioneller Kommunikation enthält.

Lassen wir noch einmal den oben erwähnten Aufsatz zu Worte kommen: „Offen ist, ob trotz der ausgesprochenen Fremdheit der konfrontativen Interventionsmethode aus Perspektive der lokalen Kulturen diese als akzeptabel und hilfreich erlebt wird. Wenn sie als hilfreich erlebt wird, ist die Frage, inwieweit Akzeptanz und Besserung spezifisch an psychische Traumafolgephänomene geknüpft sind oder ob es sich um eine allgemeine sozioökonomische Heilserwartung gegenüber „helfenden Weißen“ handelt.“